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<h1><span>Kernaussagen und </span>Selbstverst&auml;ndnis</h1>

<p>
<b>Das Bombodrom ist ein wichtiger Fokus, um nicht nur  die zunehmend militarisierte Innen- und Au&szlig;enpolitik immer wieder <i>theoretisch und praktisch</i> zu kritisieren, sondern auch um die Inbetriebnahme wichtiger Infrastruktur zur Kriegsvorbereitung und -f&uuml;hrung tats&auml;chlich zu behindern. Nicht mehr und nicht weniger haben wir – das B&uuml;ndnis ‚Rosa Heide’ – uns vorgenommen. Sollten wir uns an dem Punkt tats&auml;chlich  durchsetzen - mit &quot;uns&quot; ist die gesamte Vielfalt gemeint - k&ouml;nnte sich dies rhizomartig ausweiten und vielen anderen Mut machen.</b>
</p>

<p>
<b>Unsere Kernaussage</b><br />
Als Kriegs- und Milit&auml;rgegnerInnen sind wir gegen die Bundeswehr, gegen alle Zusammenschl&uuml;sse von EU-Truppen, gegen s&auml;mtliche Koalitionen der Willigen und gegen die Nato. Denn Milit&auml;r ist Teil des Problems, als dessen L&ouml;sung es pr&auml;sentiert wird. Milit&auml;rb&uuml;ndnisse bedeuten Milit&auml;reins&auml;tze, und Milit&auml;reins&auml;tze bedeuten Krieg.
<br /><br />
Einen Ort praktischer Kriegsvorbereitung will die Bundeswehrf&uuml;hrung auf dem Bombodrom einrichten. Die besondere milit&auml;rische Bedeutung ist kein Geheimnis: ungelenkte Bomben aus dem Tiefflug, selbstst&auml;ndig zielsuchende Raketen aus gro&szlig;er H&ouml;he, das Fein-Zusammenspiel zwischen Luftwaffe und Bodentruppen bei der Steuerung von modernen Lenkwaffen und sogar den sogenannten Schulterwurf, der f&uuml;r den Einsatz einer Atombombe n&ouml;tig ist – all das will die Bundeswehrf&uuml;hrung dort &uuml;ben lassen. Aber auch machtpolitisch ist der Bombenabwurfplatz wichtig: Wer andere B&uuml;ndnispartner zum Bomben zu sich „einladen“ kann, steht gut da und gibt eher den Ton an bei den gemeinsamen Kriegsunternehmungen.
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<b>Kleine Geschichte der Rosa Heide</b><br />
Mit Camp und Aktionen kn&uuml;pfen wir – das Aktionsb&uuml;ndnis ‚Rosa Heide’ – an die bunten und massiven Proteste des vergangenen Sommers an: 10.000e demonstrierten 2007 gegen das Gipfeltreffen der G8 und ihre kriegerische Globalisierung. Schon damals haben wir als Auftakt der Gipfelproteste den geplanten Bombenabwurfplatz symbolisch <a href="archiv/index.php" title="F&uuml;r eine Nacht besiedelt">f&uuml;r eine Nacht besiedelt</a>.
<br /><br />
Auch das Camp auf dem Bombodromgel&auml;nde im darauf folgenden <a href="camp2008.php" title="Sommer 2008">Sommer 2008</a> war ein gro&szlig;er Erfolg. Unsere angek&uuml;ndigten drei Tage Besetzung konnten wir trotz R&auml;umungsandrohung durchhalten. Es gab gute Aktionen und inhaltlich sehr gute Veranstaltungen und Diskussionen. In einer gemeinsamen Demonstration gegen Genfeldversuche wurde der Zusammenhang von Hunger, Krieg und Gentechnologie pr&auml;sent gemacht. Praktische Abr&uuml;stung und einfache Erkundungsg&auml;nge auf dem Gel&auml;nde konnten nebeneinander stehen, ohne sich zu blockieren – insgesamt ein wichtiges antimilitaristisches Zeichen f&uuml;r heutige Verh&auml;ltnisse. 
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„Wir k&ouml;nnen gewinnen“, k&ouml;nnte Fazit und Motto f&uuml;r die Zukunft sei – aber nur, wenn wir mit der notwendigen Ernsthaftigkeit weitermachen. Und damit ein deutliches Signal in Richtung Politik und Bundeswehr geben: „<a href="http://www.bombennein.de" target="_blank" title="Wir gehen im Ernstfall drauf – auf den Bombenabwurfplatz!">Wir gehen im Ernstfall drauf – auf den Bombenabwurfplatz!</a>“ (Der doppelte Sinn es ersten Teilsatzes ist uns bewu&szlig;t.). Wenn sie tats&auml;chlich anfangen, vor unseren Haust&uuml;ren Krieg zu &uuml;ben, dann wird kollektive Entschlossenheit f&uuml;r uns am wichtigsten sein, die rein zahlenm&auml;&szlig;ige Masse vielleicht nur zweitrangig. (link Kampagne ‚Wir gehen rein’)
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Es gab Austausch unter verschiedenen antimilitaristischen Initiativen aus diversen Regionen bundesweit. Wir diskutierten und arbeiteten als autonome und friedensbewegte Gruppierungen zusammen, eine neue Entwicklung f&uuml;r den regionalen Widerstand. Hier stellt sich eine weitere Aufgabe f&uuml;r eine ernsthafte Bombodrom-Widerstandsbewegung: Wie gehen wir respektvoll und sensibel mit den Bed&uuml;rfnissen und Anliegen der &ouml;rtlichen Bev&ouml;lkerung um, ohne uns selbst (unsere Problemsicht, politischen Einsch&auml;tzungen und praktischen Konsequenzen) zu verleugnen?
<br /><br />
Und solange die Bundesregierung ihre Kriegspl&auml;ne nicht aufgibt, machen wir weiter. Im Falle Bombodrom hei&szlig;t das: Solange die Kriegsvorbereiter die Pl&auml;ne f&uuml;r den Bombenabwurfplatz nicht aufgeben, werden wir sie bei ihrer Umsetzung st&ouml;ren. Wir wollen gemeinsam zeigen, dass wir mit der Militarisierung von Politik und Gesellschaft und mit einem Kriegs&uuml;bungsgel&auml;nde wie dem Bombodrom &uuml;berhaupt nicht einverstanden sind. Daher werden wir auch in Zukunft gemeinsam Aktionen vorbereiten. Die Zielpyramide bleibt rosa: als Zeichen der Ablehnung von Milit&auml;r und Patriarchat. 
<br /><br />
Wir haben dabei die Zukunft im Blick: 2009 will die Nato ihren 60sten Geburtstag feiern. Die Nato ist seit Jahren das aggressivste Milit&auml;rb&uuml;ndnis der Welt. Daher laufen schon heute die Vorbereitungen f&uuml;r Proteste gegen die Feierlichkeiten beim Nato-Gipfel in Stra&szlig;burg. Wir werden dabei sein, wenn die globalisierungskritische und die Friedensbewegung die Feierstimmung zu st&ouml;ren versuchen: Wer weltweit Kriege anzettelt, hat weder ein Recht auf auf friedliches Feiern noch auf ungest&ouml;rtes &Uuml;ben auf dem Bombenabwurfplatz. 
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<b>Vernetzung mit anderen</b><br />
In der Region um den geplanten Bombenabwurfplatz laufen die verschiedensten Motivationen gegen die Kriegs&uuml;bungspl&auml;ne der Bundeswehr zusammen (<a href="http://www.freier-himmel.de" target="_blank" title="Freier Himmel">Freier Himmel</a>, zu <a href="http://www.proheide.de" target="_blank" title="Pro Heide">Pro Heide</a>, <a href="http://www.bombennein.de" target="_blank" title="Bomben Nein - Wir gehen rein!">Bomben Nein - Wir gehen rein!</a>). Manchmal macht das unsere Vorbereitungen anstrengend. Die <a href="http://www.freieheide.de" target="_blank" title="BI Freie Heide">BI Freie Heide</a> zum Camp auf, sie setzt ihre Schwerpunkte anders. Mitglieder der Freien Heide sind am Camp als Individuen beteiligt. Die Kampagne „Bomben nein – wir gehen rein“ (link) und die neugegr&uuml;ndete <a href="http://www.friedensinitiative-kyritz-ruppiner-heide.de/" target="_blank" title="„Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide“">„Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide“</a> (link) arbeiten eng mit uns zusammen und waren in der Vergangenheit schon bei den Camps dabei. Nicht zuletzt ist auch die unberechenbare, gef&auml;hrliche, nicht ernstzunehmende, militarisiert-antimilitaristische <a href="http://clownsfreiheide.de.tl/" target="_blank" title="Clownsarmee">Clownsarmee</a> wichtiger Teil... 
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Die juristische Ebene des Widerstands gegen den Bombenabwurf hat die Inbetriebnahme jahrelang verz&ouml;gert. Vielleicht geht das auch noch eine Weile so weiter: Eine Entscheidung ist nicht vor 2009 zu erwarten, da nach der letzten Entscheidung pro Bundeswehr jetzt die Bombodrom-Gegner wieder bis Herbst 2008 ihre Einspruchsm&ouml;glichkeit haben (link auf eine Seite, die aktuell den jeweiligen juristischen Stand zusammenfasst). Erfahrungsgem&auml;&szlig; wird aber &uuml;ber Kriegs&uuml;bungspl&auml;tze (wie auch &uuml;ber Atomanlagen) nicht vor Gericht sondern politisch entschieden. Daher fangen wir schon heute an, auch den politischen Widerstand in der Praxis zu &uuml;ben und zu organisieren. 
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Und letztlich machen uns unsere Unterschiedlichkeiten sogar widerstandsf&auml;higer. Denn die unterschiedlichsten Aktionsformen – Klagen gegen die Bundeswehr sind eine, unser Aktionscamp eine andere – bringen letztlich ein gemeinsames Ziel zum Ausdruck: Kein Krieg, keine Militarisierung, kein Bombodrom, nicht hier und auch nicht anderswo.
<br /><br />
<b>Gewalt</b>
Krieg ist Gewalt. Armut, Hunger, Landvertreibung ist Gewalt. Umweltverschmutzung/-zerst&ouml;rung und die damit verbundenen globalen Auswirkungen auf diejenigen, die nicht ausweichen oder sich anpassen k&ouml;nnen, ist Gewalt. Die Patentierung von Nahrungsmitteln und Lebewesen ist Gewalt. Daher machen wir auch mit bei Aktionen gegen Felder mit gen-manipulierten Pflanzen in der Region ums Bombodrom, z.B. gemeinsam mit dem <a href="http://www.dosto.de/gengruppe/" target="_blank"; title="Barnimer Aktionsb&uuml;ndnis gegen Gentechnik">Barnimer Aktionsb&uuml;ndnis gegen Gentechnik</a>. Der Zusammenhang mit Milit&auml;r und Krieg liegt auf der Hand: Wo b&auml;uerliche Landwirtschaft durch Saatgutmultis zerst&ouml;rt wird, dort steht meist schon das Milit&auml;r bereit: Um Revolten zu ersticken, Menschen von ihrem Land zu vertreiben und zur Lohnarbeit in den St&auml;dten und in der Agro-Industrie zu zwingen. Wer sich gegen derartige Gewalt wehrt, hat erst einmal unsere Sympathie. Denn auch wir wehren uns gegen die Gewalt eines Milit&auml;rapparates, der direkt vor unserer Haust&uuml;r Krieg &uuml;ben will.
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Dabei hat die Vergangenheit gezeigt: vielseitiger und entschlossener Widerstand lohnt sich. Nicht nur im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Navy-Vieques_protests" target="_blank" title="karibischen Vieques">karibischen Vieques</a>, wo die Inselbev&ouml;lkerung 2003 nach 60 Jahren die Schlie&szlig;ung eines US-Bombodroms erreicht hat. Sondern auch in der BRD, wo in den 1970ern das <a href="http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/wyhl-chronik.html" target="_blank" title="Atomkraftwerksprojekt in Whyl am Kaiserstuhl">Atomkraftwerksprojekt in Whyl am Kaiserstuhl</a> und in den 1980ern die atomare Wiederaufarbeitungsanlage im oberbayerischen <a href="http://www.amberger-bi.de/widerst1.htm" target="_blank" title="Wackersdorf">Wackersdorf</a> verhindert wurden. Dabei geht es nicht nur um juristische Auseinandersetzung und physische Blockaden, sondern auch um einen dauerhaften Imageschaden, den die Bundeswehr – so ein Offizier im Interview – immer wieder gegen den milit&auml;rischen Nutzen eines Bombodroms abw&auml;gt. 
<br /><br />
<b>Ziviler Ungehorsam/Gewaltfrage</b><br />
Wenn andere ihre Gewalt massenhaft organisieren und &uuml;ben wollen, n&auml;mlich im Milit&auml;r, dann leisten wir Zivilen Ungehorsam. D.h. wir gehorchen z.B. nicht, wenn jemand uns verbieten will, das Bombodrom-Gel&auml;nde zu betreten. Wir haben Erfahrung mit Aktionen Zivilen Ungehorsams und wissen, dass es gar nicht so leicht ist, eine Gruppe aufzuhalten, die mit ruhiger/fr&ouml;hlicher Entschlossenheit unterwegs ist. Wenn sich uns Menschen in den Weg stellen, dann werden wir um sie herum gehen. Das Gel&auml;nde ist riesig und hat eine lange Grenze ohne Zaun, die nur mit enorm gro&szlig;em Aufwand/gro&szlig;er Gewalt hermetisch abzuriegeln und zu bewachen ist. Wir haben nicht die Absicht der Eskalation. Sollte die Polizei die Gewalt eskalieren, so werden wir darauf nicht einsteigen, sondern die Zusammenh&auml;nge zwischen Luftkriegs&uuml;bungen, milit&auml;rischer Gewalt im Ausland und Polizeigewalt im Innern aufzeigen. Milit&auml;r sichert nie Frieden. Milit&auml;r zementiert immer nur Verh&auml;ltnisse von Herrschaft und Ausbeutung. 
<br /><br />
In unseren Erfahrungen mit gesellschaftlichen Gewaltverh&auml;ltnissen stellt sich also auch f&uuml;r uns durchaus die Gewaltfrage. Wir stellen die Gewaltfrage sogar selbst: Was soll der Schei&szlig;, was soll diese ganze Milit&auml;r- und Polizeigewalt? Schon klar: Daf&uuml;r sorgen, dass die Rahmenbedingungen so g&uuml;nstig bleiben wie sie sind - f&uuml;r die Reichen und M&auml;chtigen, f&uuml;r Patriarchat, kapitalistische Produktionsweise und rassistische Weltordnung. Auch klar: In der Gewaltdiskussion, wie sie uns manchmal aufgen&ouml;tigt wird, geht es eigentlich um etwas ganz anderes. Es geht um die Spaltung der Bewegung derjenigen, die sich gegen Gewalt und Herrschaft wehren. Die gibt’s aber mit uns nicht: Widerstand bleibt bunt, vielseitig und unberechenbar. Und wer unbedingt irgendwelche Distanzierungen h&ouml;ren will – kann er oder sie haben: 
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<b>Wir distanzieren uns</b><br /> 
von deutschen Bombern und Spezialtruppen in Afghanistan;<br /> 
von den Baupl&auml;nen f&uuml;r das Ehrenmal der Bundeswehr mit seinem Heldenverehrungsunfug;<br /> 
von europ&auml;ischen Milit&auml;rinterventionen zur Ressourcensicherung wie im Kongo;<br /> 
von weltweiter milit&auml;rischer Einmischung unter dem Vorwand der humanit&auml;ren Intervention;<br /> 
von der Rekrutierung zum Morden in den Jobcentern der Arbeitsagentur;<br /> 
von Folter in weltweiten geheimen Milit&auml;r-Gefangenenlagern;<br /> 
vom feierlichen Einschw&ouml;ren aufs Morden bei den Bundeswehrgel&ouml;bnissen;<br /> 
von deutscher Kriegsmarine am Horn von Afrika und vor Israel und Libanon; <br />
von Bundeswehrinlandseins&auml;tzen gegen die eigene Bev&ouml;lkerung wie beim G8 und beim Castor; <br />
von militarisierten Au&szlig;engrenzen der EU, an denen t&auml;glich dutzende Menschen krepieren... 
<br /><br />
(Die Reihe lie&szlig;e sich fast beliebig fortf&uuml;hren. Sie f&uuml;hrt allerdings nicht zur Distanzierung von einer kleinen Aktion, mit der es einigen Leuten z.B. gelungen ist, Kriegsger&auml;t unbenutzbar zu machen.)
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